Der Buddhismus und die Lehre der Achtsamkeit heute im Westen

Die Praxis der Achtsamkeit hat ihren Ursprung aus der buddhistischen Lehre. Der Shakyamuni Buddha hatte bereits vor 2600 seine Schüler die Meditation gelehrt. Sie praktizierten damals neben dem stillen Sitzen auch das Gehen in der Stille, das Essen im Schweigen, sowie die Achtsamkeitspraktiken im Alltag.  Sie wurden seit damals gelehrt und praktiziert und werden bis heute weitergegeben.  

 

In Europa begann im 17. Jahrhundert ein erstes Interesse am Buddhismus. Arthur Schoppenhauer gilt als der Pioneer, der sich ernsthaft mit der Lehre des Buddhas auseinandersetzte. Dann seit dem zweiten Weltkrieg findet der Buddhismus wegen seiner spirituellen Praxis in Form der Meditation immer mehr Anhänger.

 

In 60er und 70er Jahren wurde die Praxis der Achtsamkeit von zwei bedeutenden buddhistischen Mönch nach Europa und nach den USA verbreitet.

 

1) Thich-Nhat-Hanh (geb.1926 ) ist ein vietnamesischer buddhistischer Mönch und Zen Meister. Er sich im Jahr 1966 mit Martin Luther King traf, um die Friedenbewegung gegen den Vietnamkrieg zu engagieren. Aufgrund seiner Friedensaktivitäten wurde er von der südvietnamesischen Regierung die Rückreise verweigert und musste im Exil bleiben. Bereits im 1972 schrieb er das Buch „das Wunder der Achtsamkeit“, das heute in 20 Sprachen übersetzt wurde. In diesem Buch beschreibt Thich Nhat Hanh sehr tiefgründig über die Lehre, die Shakyamuni Buddha (der Prinz Siddhartha) vor 2600 gelehrt hatte. Deswegen gilt Thich Nhat Hanh heute als der Vater der Achtsamkeit unserer Zeit. So wird er von vielen Journalisten genannt.  

 

Im 1982 hat Thich Nhat Hanh das Achtsamkeitszentrum, das heutige Plum Village in Frankreich gegründet. Heute sind an vielen Orten auf der ganzen Welt, Zentren nach Plumvillage-Tradition zu finden: in Nordamerika, Südamerika, Asien, Europa und Australien.

 

2) Chögyam Trungpa ist ein tibetischer Mönch (1938 – 1982). Er kam nach England, dann nach Amerika in den 70er Jahren mit dem Auftrag, den Buddhismus nach Westen zu bringen. Seine Schüler waren damals die meisten Hippies, unter ihnen waren auch viele Psychologen, Psychotherapeuten, Tänzer, Künstler. Seine Lehrtätigkeit wirkte vor allem in den USA, wo er die buddhistische Universität für die kontemplative Psychologie gegründet hatte, die Naropa University in Boulder, (Colorado, USA).

 

Viele Psychologen waren damals Chögyam Trungpa’s Schüler, welche das Buch «Achtsamkeit, Meditation & Psychotherapie» herausgaben. Dieses Buch stellt eine Auswahl von Schriften des buddhistischen Meditationsmeisters Chögyam Trungpa Rinpoche. Es präsentiert Einblicke in die Themen Meditation, Geist und Psychologie, die er in den Siebzigern und Achtzigern in Amerika westlichen Psychologen, Psychotherapeuten und Schülern der buddhistischen Meditation vermittelte.

 

Die Praxis in Achtsamkeit und in Meditation ist wie gesagt eine uralte Tradition. Sie ist dank dieser zwei grossen Persönlichkeiten heute im Westen nur so bekannt und Wurzeln gefasst. Und weil die Praxis der Achtsamkeit so kraftvoll und wirkungsvoll ist, wird sie heute von vielen Psychotherapeuten angewendet. Diese benutzen Meditation und Achtsamkeit als Instrument und Methode in ihrer Arbeit. Der Begründer der mbsr versteht gut aus der Achtsamkeitspraxis eine eigene Therapiemethode zu machen. Heute ist er wegen mbsr, mbct von der Gesellschaft angepriesen. Dabei wird Chögyam Trungpa, der grosse Pionier Arbeit in den Psychiatriekliniken in Massachusett und vielen anderen Kliniken in den USA vorgeleistet hatte, in vergessen geraten.

 

Und so wird Achtsamkeitspraxis in der heutigen Zeit als ein Anti-Stress Mittel verkauft. Dass Achtsamkeit aber in ihrem wahren Sinne die ethische Lebensweise bedeutet, wissen viele nicht. Buddha spricht von der Achtsamkeit als dem „einzigen Weg“. Einziger Weg in dem Sinne, dass ohne sie kein Erwachen möglich ist.

 

anitya

 

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