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ein GeDanke über danach

Eine Kontemplation über die 5 Elemente und das Bewusstsein

Ich stehe da unter dem freien Himmel, dem Himmel, der mir heute besonders gross, weit und hoch erscheint. Die Sonne hängt am höchsten Punkt des Gewölbes und strahlt ihre Wärme über die Erde. Sie ist von einer "bunten" Wolkensymphonie umgeben, alle Nuancen von Kristallweiss bis zu den tiefsten grauen Tönen, und in allen Formen der Wolken, die man sich vorstellen kann.

 

Ich bleibe an dem kleinen Feldweg stehen und schaue zur Sonne hoch, lasse mein Gesicht von den warmen Strahlen aufwärmen, schliesse die Augen für einen oder auch zwei Atemzüge und ... blouuup, ein GeDanke taucht auf:

 

Wenn eines Tages ich soweit bin, dass mein Geist den Körper verlassen soll, dann wird ein Teil von diesem Körper auch in Wolken sich verwandeln. Ich werde zu den Wolken gehören, werde herunterschauen und mich glücklich fühlen. Glücklich fühlen? Glücklich fühlen!

Ein anderer Teil von mir bleibt hier unten bei der Muttererde. Ich werde mich in ihr verschmelzen, werde so sein wie sie: still, schweigsam und geduldig.

Ein anderer Teil von mir wird sich mit der Luft vermischen und zum Wind werden. Als Wind werde ich mich in den weiten Raum, diesen unendlichen Himmelsraum ausbreiten. Ein leichter, sanfter und frischer Wind werde ich sein, der die Fügel der Vögel segeln lässt. Ach wie schön, ich werde auch den Kindern beim Drachensteigen hilfreich sein oder das Segelboot des Semanns in Bewegung bringen.

Ein weiterer Teil verschwindet leise in der Wärme der Sonne. Die Wärme der Sonne, deren winziges Teilchen ich sein werde, wird die kleinen Blümchen aufwärmen, damit sie in der kalten Nacht nicht frieren müssen.

Und zuletzt mein Geist, das Bewusstsein, das einmal jede Zelle meines Körpers durchdrungen hat, wird nun auch überall in den Wolken, in der Erde, im Wind und in der Hitze sich offenbaren. Ja, das Bewusstsein, das einst "mein" war, wird auch das ganze Universum durchdringen. Es wird kein Ich, kein "Mein-Körper" und auch kein "Mein-Geist" mehr geben. Eins wird zu allem - alles eins,  und gleichzeitig ... leer.

 

Ich strecke mich dem Himmel entgegen, beide Arme hoch in die Luft und lächle , wie  ein Spitzbub, über den eigenen GeDanken.

"Es war ein schöner Gedanke", sagt mir eine Stimme.

Ich nicke und kehre zurück zu meinem Atem.

 

anitya, 12.2.2018

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