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JUNI: Glück und Freude nähren

Man nennt diese Blume "Tränendes Herz".  - Ich nenne sie "Blume, die Freude schenkt".

Glücklich zu sein ist ein universeller Wunsch. Wir alle möchten das. Und ich erwische mich manchmal sogar bei dem Wunsch, dass mein Leben sich stetig in der Skala des Glücks und der Freude bewegen würde. "Das ist nicht realistisch", würdest Du bestimmt ausrufen, "das wäre mit der Zeit auch wieder eintönig und du wärst wieder nicht mehr glücklich." Ja, und ich werde Dir dafür recht geben müssen. Denn das Gesetz der Natur ist die Unbeständigkeit. Dies ist eine Tatsache, ob ich es will oder nicht. Nichts bleibt immer gleich. Veränderung und Umwandlung braucht es, um lebendig zu sein, auch wenn das oft mit Schmerzen verbunden ist. Nichts bleibt während seiner ganzen Lebensspanne beständig und gleich.

 

Und doch, wir können vorsorglich etwas tun für die Zeiten, wo die Freude und das Glück vor uns ausweichen, ohne in der Anhaftung zu verharren und zu kämpfen. Das Glück liegt unmittelbar da und mit allen wachen und achtsamen Sinnen kann ich es in jedem Augenblick empfangen. Es ist überall vorhanden, ich muss nur meine Aufmerksamkeit darauf lenken, ohne danach zu jagen, ohne in der Ferne zu suchen.

Echtes Glück findet man nur im gegenwärtigen Augenblick. Auch neben dem Bett meines sterbenden Vaters hatte ich Glück empfunden. Das Glück im gegenwärtigen Moment bei ihm sein zu dürfen, mit ihm zu atmen und für ihn zu atmen.

Und jeder Tag kann mit Glück und Freude überall dort beginnen, wo heilsame Dankbarkeit gekennzeichnet ist:

Und so blitzt das Glück schon am frühen Morgen auf, wo die Sonne hinter dem Horizont hervorguckt,

und wo aus einem Vogelgesang die Freude haucht.

Echte Freude bringt auch eine Abendstimmung, wenn der Himmel rot lodert.

Und Freude steckt im Zusehen, wie die Rotmilane über dem grünen Feld segeln,

wie Störche, Tauben und Krähen darüber tanzen, wie Wildenten in der Luft wetteifern.

Wie die Birnen- und Apfelbäume sich neu kleiden und ihre Blüten und Düfte unsere Sinne erfreuen,

Wenn die namenlosen Wolken herunter winken.

Glück spielt der Wind über das Kornfeld oder tanzt im Strömen des kleinen Bächleins.

Freude zeichnet im Gesicht des kleinen Nachbarmädchens,

In dem Lächeln einer unbekannten Begegnung.

An das Glück erinnert die Wanduhr, die unermüdlich tickt.

Echtes Glück schenkt mir ein leichter Regen im Sonnenschein.

Glück ist zu lernen, bewusst zu atmen.

Glück ist der Weg im Hier und Jetzt.

Glück ist, dass mein Herz Platz hat für all diese Momente.

Und so sammle ich Freude und Glück und nähre sie mit meinem Atem und einer Portion Loslassen.

 

Die heilsame Dankbarkeit ist die Bewusstheit des allgegenwärtigen Glücks. Wenn es mir gelingt, sie zur Gewohnheit werden zu lassen, wird sie mir später einmal behilflich sein. Sie wird mich in schlechten Zeiten daran erinnern, meine Aufmerksamkeit wieder auf die Freude und auf das Glück zu lenken, die allgegenwärtig sind. Dies bleibt für mich ewig tägliche Übung.

 

Du wirst nun eventuell mich fragen wollen: "Und was machst du mit all diesen wahrgenommenen freudigen Augenblicken?"

Ich würde sie dann und wann zu kleinem Wortstrauss bündeln und damit spielen:

Haselstrauch

Atmet Krokus

Andromeda leuchtet fern.

***

Nimbostratus Wolke

Und Sonnenschein

Wiegen sich im Tangoschritt,

Ein klangvoller Regenbogen

Beugt sich über die Erde.

***

Die Sonne im rauschenden Bach

Lichtvögel glitzern

Leuchtkäfer tanzen.

***

Die Sonne wärmt

Der Frühling naht

Innehalten

Magnolien blühen.

 

Dann und wann lasse ich auch Elfchen für mich tanzen:

Nachtdunkler

Sternenhimmel lacht

Tausendundeine Pusteblume funkelt

Mitten darunter darf ich

Sein.

***

Klangfarbige

Wiese schenkt

Mir bunte Buchstaben.

Ich pflücke sie zum

Dichten.

 

Und ich wünsche Dir viele glückliche Momente und Erlebnisse, um Dein Herz damit zu nähren.

Und wenn Du Deine Anregungen hast, sei mutig und lass uns darüber mitwissen. Es würde mich sehr freuen.

anitya

 

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Kommentare: 1
  • #1

    jivana Heidi (Montag, 04 Juni 2018 12:04)

    Fuss Sohlen

    atmen
    grünes Gras

    auf BLUMENWIESEN

    Heidi lässt grüssen!